Stromversorgung abgelegener Telekommunikationsstandorte mit −48 V DC
VENDOR.Max ist eine Energiearchitektur für Telekommunikationslasten mit einer Schnittstelle von −48 V Gleichspannung. Nach der Initiierung sieht die Architektur keine fortlaufende externe Stromzufuhr zur Nutzerlast über den regulären Eingang der Anlage vor. Für einen abgelegenen Standort bedeutet das ein anderes Betriebsmodell: statt einer permanenten Energielieferkette bleiben Start, planmäßige Wartung und der zustandsabhängige Austausch von Verschleißteilen. Die getestete Prototypenklasse liegt bei 5 kW; die Telekommunikationsarchitektur ist für Spitzenlasten bis 10 kW ausgelegt.
Bis 10 kW ist der Auslegungsbereich der Spitzenlast für die Telekommunikationsarchitektur. Die Anwendbarkeit auf einen konkreten Standort ergibt sich aus dessen Lastprofil.
Aktueller Projektstand: TRL 4 — Prototype Rebuild After Relocation.
An abgelegenen Standorten scheitert die Energieversorgung oft an der Logistik, nicht an der Technik
Der Ausfall läuft jedes Mal über dieselbe Kette, und das zweite Szenario ist leiser und teurer als das erste.
Das Netz fällt aus. Das Batteriesystem beginnt sich zu entladen. Das Notstromaggregat muss die Last übernehmen. Verzögert sich der Start oder die Umschaltung, muss das Energiesystem den Gleichspannungsbus bis zur Wiederkehr der Versorgung im zulässigen Bereich halten — andernfalls verliert die Telekommunikationstechnik ihre Versorgung und der Dienst wird unterbrochen.
Das zweite Szenario ist leiser und teurer. Das Aggregat läuft viele Stunden am Tag, Kraftstoff muss regelmäßig zum Standort geliefert werden, wiederholte Zyklen verbrauchen die nutzbare Lebensdauer der Batterien, und die nächste Störung dauert womöglich länger als kalkuliert. Ein einzelner Defekt liegt dabei nicht vor.
Laut GSMA Intelligence kostet ein abgelegener ländlicher Standort einen Betreiber im Mittel 35–40 % mehr als ein städtischer, wobei auf die Energieposition ein Aufschlag von rund 37 % entfällt.
Je schwieriger der Zugang zum Standort, desto schneller wird aus einer Energiefrage eine Logistikfrage.
Was sich ändert
VENDOR.Max verändert die Art der Logistik, nicht die Physik der Wartung. Für eine Last, die auf die Energieebene von VENDOR.Max übernommen wurde, erfordert der reguläre Betrieb nach der Initiierung weder fortlaufende Kraftstofflieferungen noch eine fortlaufende externe Stromzufuhr über den regulären Eingang der Anlage. Eine permanente Energielieferung ist für diese Last keine Betriebsvoraussetzung mehr.
- der Start erfordert eine Initiierung;
- nach dem Start arbeitet das interne Batteriesystem als interner Betriebspuffer und hat eine begrenzte Lebensdauer;
- die Anlage wird planmäßig gewartet und unterliegt Verschleiß.
Kraftstofflogistik
Beschaffung, Transport, Lagerung am Standort, Diebstahlrisiko, Betankung. Die Kette wird mit jedem weiteren abgelegenen Standort im Portfolio länger.
Das Aggregat als eigenes System
Motor und Kraftstoffstrecke haben eigene Ausfallarten und einen eigenen Wartungszyklus, unabhängig vom Zustand der Funktechnik.
Belastung des Batteriesystems
Das Batteriesystem stellt Reserve und Übergangsbetrieb bereit. Häufige und tiefe Zyklen erhöhen seine Betriebsbelastung und rücken den Austausch näher.
Kosten eines Eingriffs
Je schwieriger der Zugang, desto höher sind Kosten und Zeitaufwand für jeden physischen Eingriff am Standort.
Die Energieversorgung eines Telekommunikationsstandorts ist bereits um −48 V herum aufgebaut. Genau in diese Ebene gehen wir
Die Schnittstelle ist keine Erfindung von VENDOR. Sie ist die Architektur, auf der der Standort ohnehin läuft.
In der klassischen −48-V-Architektur speisen Netz und Notstromaggregat die Gleichrichterebene, die einen Gleichspannungsbus mit Batteriereserve und Verteilung auf die Lasten bildet: BBU, RRU und AAU, Übertragungstechnik, Hilfsstromkreise. Der Nennwert von −48 V für die Versorgungsschnittstelle am Eingang von IKT-Geräten ist in ETSI EN 300 132-2 V2.8.1 (2024-10) festgelegt. Die Beschreibung der −48-V-Ausführung und der Produktreihenfolge steht auf der Produktseite von VENDOR.Max.
VENDOR.Max geht direkt in die vorhandene −48-V-Energieebene des Standorts. Während des Pilotbetriebs bleiben der vorhandene Schutz, die Batteriereserve und das Notstromaggregat erhalten.
- die Energieebene erfordert keine Änderung an der Funktechnik und wird unabhängig vom Hersteller der Funktechnik ausgelegt;
- sie ist kein Energiespeichersystem.
Weitere Abgrenzungsfragen — RAN-Komponenten, Rückbau vorhandener Infrastruktur — werden in den Fragen unten und im technischen Abgleich behandelt.
Zuerst das tatsächliche Lastprofil. Dann die Rolle von VENDOR.Max in der Gleichspannungsarchitektur des Standorts
Ein Durchschnittswert je Standort ist nur ein Anhaltspunkt. Entscheidend ist das zeitliche Lastprofil des konkreten Standorts.
Der Energieverbrauch von Telekommunikationsstandorten unterscheidet sich erheblich, je nach unterstützten Funktechnologien, Netzdichte, Verkehr und Hilfsinfrastruktur. GSMA Intelligence beziffert den Verbrauch einer durchschnittlichen Mobilfunkbasisstation auf rund 5 kW und ordnet Standorte nach Spitzenleistung in drei Gruppen: bis 2 kW, 2–5 kW und über 5 kW. Die meisten Standorte fallen in die mittlere Gruppe, und Betreiber erwarten, dass der Anteil über 5 kW bis 2030 wächst.
Die 5-kW-Klasse liegt damit unmittelbar im realen Bereich der Telekommunikationslast auf Standortebene. Die Anwendbarkeit ergibt sich jedoch nicht aus einer einzelnen Zahl, sondern aus dem zeitlichen Lastprofil des konkreten Standorts.
Erster Kandidat für den Pilotbetrieb ist ein Standort oder eine abgegrenzte Lastgruppe innerhalb der Gleichstromverteilung, deren Betriebsprofil der 5-kW-Klasse entspricht. Maßgeblich sind die Dauerlast, der Charakter kurzer Spitzen und das Verhalten der vorhandenen Batterieinfrastruktur.
Die Gesamtleistung eines Standorts ist nicht zwingend eine unteilbare Last
Ein Gleichstromversorgungssystem der Telekommunikation verteilt seinen Ausgang auf mehrere abgesicherte Abgänge und Lastgruppen; die konkrete Aufteilung hängt von der Architektur des Standorts ab. Ein Standort mit hoher Gesamtlast wird deshalb zuerst auf der Ebene seiner Gleichstromverteilung betrachtet: welche Lasten zusammengefasst sind, welche getrennt gemessen werden können und welche Gruppe zu einem Pilotbetrieb der 5-kW-Klasse passt. Die Architektur des gesamten Standorts wird dabei nicht umgebaut.
5-kW-Klasse für den ersten Einsatz. Bis 10 kW ist der Auslegungsbereich für Spitzenlast der Telekommunikationsarchitektur
Der obere Teil des Bereichs ist eine Konfigurationsaufgabe und keine größere Zahl im Datenblatt.
Der erste Einsatz kommt für Standorte oder abgegrenzte Lastgruppen in Betracht, die der 5-kW-Klasse entsprechen. Die Telekommunikationsarchitektur von VENDOR.Max ist für Spitzenlasten bis 10 kW ausgelegt. Die konkrete Konfiguration des oberen Bereichs ergibt sich aus dem Lastprofil, der Gleichstromverteilung, der Batterieinfrastruktur, dem Schutzkonzept, dem thermischen Verhalten und den Standortbedingungen.
Eine Basisstation bleibt nicht unverändert. Betreiber ergänzen Frequenzbänder, Funktechnik und Übertragungskapazität und erweitern die funktionale Rolle des Standorts — und damit steigen die Anforderungen an die Energieebene. Laut GSMA Intelligence erwarten Betreiber, dass der Anteil der Standorte mit einer Spitzenleistung über 5 kW bis 2030 zunimmt.
Die Standortdaten liefern die Anforderungen auf Standortebene für die technische Ausgestaltung des oberen Bereichs: Lastprofil, Charakter der Spitzen, Bedingungen der Gleichstromverteilung, Verhalten der Batteriereserve und thermisches Verhalten.
- Implementieren
- Messen
- Standortanforderungen bestimmen
- Nächste Größenordnung konfigurieren
- Prüfen
Sechs Parameter, die die Anwendbarkeit bestimmen
Die Bewertung erfordert weder eine Anfahrt noch eine vorherige technische Begehung noch eine Beschaffungsentscheidung.
- mittlere Standortlast;
- Spitzenlast des Standorts;
- Konfiguration des −48-V-Busses, der Gleichstromverteilung und des vorhandenen Überwachungssystems;
- Kapazität des Batteriesystems;
- Leistung des Notstromaggregats und dessen tatsächliche Betriebsstunden;
- Netzverfügbarkeit und Zugangsbeschränkungen zum Standort.
Aus diesen Parametern ergibt sich, ob das Profil des Standorts oder einer abgegrenzten Lastgruppe zu einem Pilotbetrieb der 5-kW-Klasse passt.
Die elektromagnetische Verträglichkeit gehört zur gewöhnlichen Ingenieurarbeit beim Aufstellen von Leistungs- und Elektroniktechnik an einem verteilten Standort. Bei VENDOR wurde sie in der Entwicklung berücksichtigt und bleibt ein verbindlicher Prüfparameter für die konkrete Aufstellungskonfiguration.
Technischer Abgleich
Festgelegt werden die anwendbare Konfiguration, der Anschlusspunkt, das Schutz- und Erdungskonzept, die Messgrenzen, die Anforderungen an die Überwachung, die elektromagnetische Umgebung des Standorts und die Verträglichkeitskriterien sowie die Prüfkriterien.
Kontrollierter Einsatz
Die Installation erfolgt parallel zum vorhandenen System. Batteriesystem und Notstromaggregat bleiben über den gesamten Prüfabschnitt erhalten.
Messung
Versorgungskontinuität, tatsächlich an die Last abgegebene Leistung, Verhalten bei Lastwechsel, thermische Bedingungen, Zusammenwirken mit der vorhandenen Gleichstromverteilung, Betriebsstunden und tatsächliche Nutzung des Notstromaggregats, Kraftstoffverbrauch sofern eine Messung vorhanden ist, Anzahl der Serviceeinsätze, Betriebsdaten des Batteriesystems, leitungsgebundene und abgestrahlte elektromagnetische Emissionen sowie die Verträglichkeit mit der umgebenden Telekommunikationstechnik.
Entscheidung anhand der Daten
Skalieren, Konfiguration ändern, Prüfung fortsetzen oder beenden. Die Standortdaten bilden zugleich die Anforderungen an die Konfiguration der nächsten Leistungsklasse und dienen als Grundlage, um das Serviceregime an diesem Standort zu präzisieren; die langfristige Lebensdauer kann erst durch längeren Betrieb bestimmt werden. Dieselben Daten bilden die sachliche Grundlage für die Berechnung der Betriebswirtschaftlichkeit des Pilotbetriebs.
Vollständiger Rahmen des Pilotbetriebs, Pflichten der Beteiligten und Antragsformular
Energie verändert die Rolle des Standorts
Ein abgelegener Telekommunikationsstandort ist um eine Hauptfunktion herum geplant — die Versorgung seines Gebiets mit Netzabdeckung. Entsteht am Standort eine zusätzliche autonome Energieebene, kann derselbe Ort auch für weitere Funktionen in Betracht kommen, ohne seine geografische Rolle zu ändern. Der Pilotbetrieb liefert die Betriebsdaten, anhand derer der nächste Energiemaßstab des Standorts und die mögliche Erweiterung seiner Funktion bestimmt werden.
Zuerst die Versorgung des Standorts, wie er ist. Dann die Möglichkeit, an diesem Standort mehr zu tun.
Was sich prüfen lässt und wo es geprüft wird
Jeder Punkt unten hat eine eigene Seite, auf der das Thema vollständig dargestellt ist.
Dauerlaufhistorie
Bedingungen, Dauer und Grenzen der Dauerlaufversuche sind auf einer eigenen Nachweisseite veröffentlicht.
Öffnen 02Gewerbliche Schutzrechte
Patentschutz: ES2950176B2 (Granted), WO2024209235A1 (Published), EP4693872A1 (Under examination).
Öffnen 03Protokoll der unabhängigen Prüfung
Prüfmethode und äußere Systemgrenze haben eine eigene kanonische Seite.
Öffnen 04Funktionsbeschreibung
Der Arbeitsweg des Geräts über seine Stufen.
ÖffnenDer Auslegungsbereich bis 10 kW bezieht sich auf die Spitzenlast. Die übrigen veröffentlichten Kennwerte gelten im Kontext der angegebenen Konfiguration; die Methode der unabhängigen Prüfung und die Messgrenzen sind auf der Seite zur Technologievalidierung beschrieben.
Aktueller Projektstand: TRL 4 — Prototype Rebuild After Relocation.
Fragen, die Betreiber zuerst stellen
Jede Antwort ist so geschrieben, dass sie ohne den umgebenden Text für sich steht.
Wie viel verbraucht ein Telekommunikationsstandort?
Laut GSMA Intelligence verbraucht eine durchschnittliche Mobilfunkbasisstation rund 5 kW, und Standorte werden nach Spitzenleistung in Gruppen bis 2 kW, 2–5 kW und über 5 kW eingeteilt. Der Wert hängt von den unterstützten Mobilfunkgenerationen, der Netzdichte, dem Verkehr und der Hilfsinfrastruktur ab. Die Anwendbarkeit wird anhand des tatsächlichen Profils des konkreten Standorts ermittelt.
Was passiert, wenn die Gesamtlast des Standorts den Bereich des Pilotbetriebs übersteigt?
Zuerst wird die Verteilung der Last auf die Gleichstromabgänge betrachtet. Erlaubt die Architektur des Standorts, eine zusammenhängende Lastgruppe innerhalb des Pilotbereichs abzutrennen, wird der erste Pilotbetrieb an dieser Gruppe durchgeführt. Die Architektur des gesamten Standorts wird dabei nicht umgebaut.
Was bedeutet „bis 10 kW“?
Die Telekommunikationsarchitektur von VENDOR.Max ist für Spitzenlasten bis 10 kW ausgelegt. Die getestete Prototypenklasse liegt bei 5 kW: der Prototyp wurde in der vorherigen Laborkonfiguration geprüft.
Wo wird die Einheit gegenüber Gleichrichtern und Batteriesystem angeschlossen?
In der Gleichspannungsebene von −48 V. Der konkrete Punkt ergibt sich aus der vorhandenen Architektur des Standorts: Gleichstromverteilung, Gleichrichtersystem, Batteriesystem, Schutzkonzept und die Anforderungen des Betreibers an die Überwachung.
Was geschieht, wenn die Einheit abgeschaltet wird?
Während des Pilotbetriebs bleibt die vorhandene Energieinfrastruktur des Standorts erhalten. Batteriesystem und Notstromaggregat bleiben an Ort und Stelle und erfüllen weiterhin ihre Rolle.
Kann VENDOR.Max Telekommunikationstechnik stören?
VENDOR.Max ist kein Funksender: seine Nutzerschnittstelle an einem Telekommunikationsstandort ist eine Leistungsschnittstelle mit −48 V Gleichspannung. Die elektromagnetische Verträglichkeit wurde in der Entwicklung berücksichtigt und wird für die konkrete Aufstellungskonfiguration geprüft: Schirmung, Filterung, Erdung, Anordnung der Schnittstellen sowie die Messung leitungsgebundener und abgestrahlter Emissionen sind Teil des Pilotbetriebs.
Lassen sich am Standort auch andere als Telekommunikationslasten unterbringen?
Das ist eine Frage des Energiebudgets des Standorts und seiner Funktion. Der Einsatz von Rechenlasten am Netzrand wird gesondert auf der Seite zur KI-Edge-Infrastruktur behandelt.
Muss die Funktechnik ausgetauscht werden?
Nein. Die Telekommunikationskonfiguration wird unabhängig vom Hersteller der Funktechnik ausgelegt und liegt auf der Energieebene des Standorts.
Wo wird die Physik des Geräts beschrieben?
Auf einer eigenen technischen Seite: Funktionsweise.
- GSMA Intelligence. Rural renewal: telcos and sustainable energy in Africa. November 2024.
- ETSI EN 300 132-2 V2.8.1 (2024-10). Power supply interface at the input of ICT equipment. Part 2: −48 V DC.
Für den Standorttechniker
Der Arbeitsweg des Geräts und seine Funktionsbeschreibung.
ÖffnenPrüfprotokoll
Messmethode und äußere Systemgrenze des Geräts.
ÖffnenDatenverarbeitung am Netzrand
Einsatz von Rechenlasten am Rand des Netzes.
ÖffnenFür Investoren
Projektstand, Patentportfolio und Nachweisbasis des Projekts.
ÖffnenWer das Lastprofil seines Standorts kennt, kann die Anwendbarkeit berechnen lassen
Die erste Frage ist nicht der Name des Betreibers und nicht die Zahl der Standorte. Sechs Standortparameter zeigen, ob der Standort oder eine abgegrenzte Lastgruppe zu einem Pilotbetrieb der 5-kW-Klasse passt.
